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Die Entwicklungsgeschichte
des Werderschen Wein- und Obstbaus.


Von dem Senat der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin
genehmigte Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Landwirtschaft vorgelegt von
Diplomlandwirt Ulrich Walter ; 1932

INDEX  NEUSTART

Die einzelnen Abschnitte :

Werder und Umgebung — Topographie
Bodenverhältnisse
Klima
Entwicklung des — Weinbaus
Übergang Weinbau — Obstkultur
Struktur — Statistik — Obstbaubetriebe

Karte — „Hafen von Werder" 
  Hafen   Weinberge ( 82 KB )

  Topographie von Werder — Die natürlichen Grundlagen :

Das Gebiet des „Werderschen Obstbaus" leitet seinen Namen ab von der Inselstadt „Werder", die als Flußinsel oder „Werder" in der Havel auf dem 30° östlicher Länge und dem 52° nördlicher Breite gelegen ist und heute zum Kreise Zauch-Belzig im Reg.-Bez. Potsdam gehört.

Die ältesten Teile des Obsbaugebietes erstrecken sich westlich der Inselstadt
auf dem Landrücken zwischen der Havel und dem großen Plessower- und dem
Glindower See. Die neueren ( seit 1880 ) Werderschen Obstbaugebiete entwickelten sich jenseits der Seen zwischen den Ortschaften Glindow und Plessow und Plötzin
( siehe Karte ) und folgten seit der letzten Jahrhundertwende der Richtung des Glindower-Plessower Tales von SO nach NW.

Die Stadt Werder, die als Ausgangspunkt des Obstbaugebietes betrachtet werden darf, zeichnet sich durch eine besonders günstige Verkehrslage aus. Werder liegt
an der schiffbaren Havel und stand dadurch seit den ältesten Zeiten mit Brandenburg und Berlin in regem Verkehr. Der Ueberbrückung der Havel standen infolge der alluvialen Beschaffenheit des Geländes die größten Schwierigkeiten gegenüber.
Erst 1679 wurde bei Baumgarten(brück) eine Brücke „mit schweren Kosten angefertigt" 3).
Und diese stellte lange den einzigen Uebergang zwischen Brandenburg und Potsdam dar. Die Havel bildete schon immer eine geographische Scheide zwischen dem Havelland und der Zauchelandschaft.