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Inhalt: Die Stadt WERBEN
Fortsetzung aus  — F e b r u a r
Verschiedene Arbeiten               
 1000 Jahre WERBEN an der Elbe


Diese Vektorgraphiken resultieren aus meinem letzten Besuch in Werben an der Elbe.
Bedingt durch den Kontakt und die gastfreundliche Aufnahme bei der Familie Schorlemmer, ergab sich die Kenntnis um die diesjährige 1000 Jahrfeier der Stadt Werben, die im Juli dieses Jahres gefeiert wird. Bei einem Besuch anläßlich der Taufe von Martha Nolte im letzten Jahr, war diese Feierlichkeit schon einmal Gegenstand
der Erörterung.

Ich habe mich daraufhin in der Staatsbibliothek in Berlin nach historischem Karten-material umgesehen und bin auf ein Exemplar ( o. J. ) nach der Aufnahme durch den Bürgermeister C. F. Ebel gestoßen. Die Staatsbibliothek bietet immerhin einen Repro- und Scanservice an, sodaß man über einen digitalen Datensatz verfügt, doch wird
leider nur von einem Dia-Positiv gescant und selbiges ist leider von schlechter Qualität, besonders was das Farbprofil des Repros und die Ausleuchtung der Karte anbetrifft. Doch dieses nur als ein Beispiel von vielen, hoher Anspruch - mäßige und nachlässige Umsetzung, gleichgültiger Service.

Da mag der Ruf nach mehr Innovation, durch die letzten 6 Jahre aus der kompetenten Regierungsebene wie eine Imagekampagne genutzt und anmutend, eine Seite der gegenwärtigen Befindlichkeiten und des Mangels widerspiegeln. Gleichzeitig ist ein erheblicher Verlust an Alltagskultur zu verzeichnen und das selbstgefällige und klas-
senlose Rüpelwesen greift umsich. Wer es gerne wissenschaftlich und erkenntnis-
theoretisch betrachten möchte, auch hier handelt es sich um KOMPLEMENTARITÄT.

Doch zurück zur Karte von Werben. Sie ist eine handcolorierte Arbeit des Bürger-
meisters Ebel ( wahrscheinlich zu Ende des 18. Jhdts.) und stellt einen historischen Wert für diesen Ort dar. Es sind hier auch 36 Orts- bzw. Sachangaben gemacht, die ich in der erstellten Vektorgraphik interaktiv herausgehoben habe. Alles weitere können Sie per Mausclick selber nachvollziehen. Nutzen Sie die Anregung und besuchen Sie Werben, immerhin ist die Stadt Werben rund 230 Jahre älter als Berlin und die älteste Stadt der Altmark.

schule

 Die alte Schule in WERBEN

Die alte Schule in Werben liegt im Schatten, nördlich der für diese Stadt recht groß geratenen Johanniskirche. Südlich von der Kirche und der landschaftlich sonnigste Ort der Stadt, ist die ehemalige Comturey des Johanniter Ordens. Ein Gutsareal das leider dem Verfall preisgegeben ist. Nachdem die alte Schule lange Zeit, auch auf Grund ihrer soliden Bauart, unbeschadet überdauert hat, sind im letzten Halbjahr mutwillige Zerstörungen im oberen Fensterbereich zu sehen. Das ist oft der Anfang vom Ende, wenn es kein Interesse bzw. ein Nutzungskonzept für solche Gebäude gibt.

Das allgemeinste Argument von Kommune und Land, daß die finanziellen Mittel fehlen um hier tätig zu werden, möchte man nicht mehr hören. Dann soll man solche Gebäude verschenken und es privaten Investoren überlassen, hier sinnstiftend, bewahrend und für die kommunale Infrastruktur fördernd einzugreifen. Das Gebäude ist handwerklich gut gegründet und hat fast ein modern anmutendes Tragewerk in ortsüblicher Holzver-arbeitungstechnik. Weitere Details und meine Projektion auf einen möglichen Erweiterungszustand, sehen Sie in der neu zu öffnenden Seite. SCHULE - WERBEN

Werben ist eine im Straßen- und Stadtbild fast noch vollständig erhaltene Anlage.
Der Hallenbau und Wehrturm der Kirche ist imposant und hat einige interessante Altäre, unter anderem im nördlichen Teil das Relief der "Die heilige Sippe", ein Fragment des ehemaligen Schreins des Annenaltars von 1514. Sie können eine Abbildung im neuen Fenster öffnen.

Ehem. Comturey und Johannis - Kirche in Werben 

Die Stadt hat gegenwärtig um 1300 Einwohner, eher etwas weniger, davon ist allerdings bei einem Spaziergang nicht viel zu sehen, dafür sind auffällig die vielen Störche die hier nisten und in den nahe gelegenen Elbwiesen einen gedeckten Tisch vorfinden. Der Elbstrom ist sehr landschaftsbestimmend und im Frühjahr durch die übertretenden Schmelzwasser von beeindruckender Breite. Eine Fährverbindung besteht in unmittelbarer Nähe bei dem Ort Räbel in Richtung Havelberg und Rathenow.

Das umliegende Acker- und Gartenland ist sehr guter toniger Boden, ein idealer Schwemmlandboden für den Anbau von Ackerbohnen (Saubohnen), eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt und ein ausgezeichneter Proteinliferant, über diese Bohnen habe ich bereits im Monat September geschrieben.
Siehe: SEPTEMBER / ERNÄHRUNGSWEISE der Lipper Ziegler, (Dicke Bohnen).

Die beiden zuvor beschriebenen Vektorgraphiken sind vorläufig die letzten Arbeiten
in dieser Webperformance der letzten zwölf Monate. Ich hatte Gelegenheit genug zu einzelnen Themen wie oben, oder zu dem Fontane-Kapitel >Der Schwielow< in
Form von textlichen Begleitinformationen oder ergänzenden und anschaulichen Graphiken, mich zu erproben und zu verbessern.

  Die Seehäuser Straße in Werben


Im Ergebnis der gesamten Arbeiten bedeutet das : es entstanden 3.016 Dateien —
(1,52 GB), davon sind im Web 962 Dateien (13,6 MB) zu sehen und ergeben diese Darstellung. Auf eine spezielle Platzierung bei den wichtigsten Suchmaschinen habe ich verzichtet, eine Frequentierung und statistische Angaben dazu hat mich nicht interessiert. Der Schwerpunkt meines Interesses lag in der Erlernung und Anwendung der einzelnen Tools, hier besonders der Umgang mit macromedia Flash, der Bildbearbeitung und Komprimierung, die Textgestaltung in html und mit macromedia Dreamweaver generiert. Das ist wahrlich nur ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten der Web-Präsentationen, doch mit dynamischen Websitegestaltungen habe ich bisher keine Erfahrungen machen können. Möglich das es hierzu noch eine Chance und praktische Erfahrungen geben wird, an Lernbereitschaft meinerseits soll es nicht scheitern.

Die im Dezember angekündigte Überarbeitung der allgemeinen Verlinkung dieser zwölf Monatsseiten und deren Sekundärseiten ist vorerst ausgeblieben und ich werde es in Ruhe und mit etwas Distanz zu diesem Abschluß nachholen. Wer auch immer sich gelegentlich in dieser Präsentation und deren Themen aufgehalten hat, konnte neben den fragmentarisch aufgezeigten Inhalten auch einen gewissen Arbeits- und Lernprozess mitverfolgen. Für dieses Interesse sei an dieser Stelle gedankt.

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 DAS UMFELD :

Mit dem Frühling beginnt die leichtere Jahreszeit, zugleich auch das kontrastreichere Verhältnis von Licht und Schatten, von Glück und Leid. Wenigstens bekommt man diesen Eindruck vermittelt, wenn man offenen Auges durch Straßen und über Plätze mit dem Fahrrad rollt. Der Umschlag von warmer Wand und bequemen Polstern zu sonnigen Flecken und winterlich verwaisten Parkbänken, setzte in diesem Jahr recht unvermittelt ein. So konnte man so manchen Zeitgenossen, kaum aus der schläfrigen Winterruhe aufgestört, noch leicht benommen in den hellen und freundlichen Tag taumeln sehen. Die sichtbare Bevölkerung schien sich vervielfacht zu haben, die Bürgersteige schrumpften zu einem Schlängelpfad, die Kaffee-Draußen-Trinken-Szene macht ihr Recht aufs Sonnenplätzchen geltend. Das Zentralgestirn hat die Barriere der Berliner Traufhöhe locker genommen. So mancher Schnelllieferservice für alle möglichen Dinge, verengt das Straßenprofil auf die Breite eines sizilianischen Eselweges.
  Der Turm am Elbtor in Werben

Da lobt man sich doch den Januarnachmittag bei Nullgraden oder Schneematsch, gewährt er doch, das sich alle auf das allernotwendigste beschränken. Das Klima zwingt nach innen und das bedeutet schlicht, mehr Bewegungsspielraum durch das gesamte Straßenprofil. Das Überangebot an gedehntem Licht und der überall ein-setzende pflanzliche Expansionsdrang ermuntert zu räumlicher Ausbreitung. Man
räkelt sich und gebraucht gelegentlich gleich zwei Stühle, der noch müden Beine wegen. Man kann auch mit etwas Nachsicht und Einfühlungsvermögen schließen,
daß die allgemeine und introvertierte Trauerstimmung zwischen Weihnachten und Ostern, eine gewisse Schläfrigkeit und einen Öffentlichkeitsverzicht erzeugt hat und
der Immobilität vorausging. Doch damit soll es nun vorbei sein.

Die Frequenz und Dynamik der Blechlawinen steuert auf das erste Jahresmaximum zu, Himmelfahrt ist dann alles wieder ganz normal und wer bis dahin ohne Crash sich ausagieren konnte, hat schon die erste Reihe in den Ferienstau sicher. Berlin leidet nicht so sehr unter dem imaginären Feinstaub, vielmehr sind es die sandkorngroßen Partikel, die durch einen forschen und trockenen klaren Nord-Ostwind verwirbelt, von den planierten Stadtbrachen um den Holzmarkt und Postbahnhof, ihren Weg weit bis
in die Louisenvorstadt finden und sich bis unter die Sonnenbrille verkrümeln.

Wer mag unter diesen Umständen noch den Mund aufmachen. Es sei denn, das irgendein Handy in die entspannte Gleichgültigkeit trillert. Satzfetzen nach irgendwo schwirren umher, der Einakter beginnt, so zumindest für den außenstehend Einbe-zogenen. Die Alternative? Öffentliche Märchenerzähler und Puppentheater.
  Auf dem Deich in Werben


Es war sehr trocken und medial verbrämt sehr traurig, dieses erste Quartal 2005. Selbst die anrührenden Bemühungen, Veranstaltern und Hauptstadt durch ein Einsteinjahr eine aufgeklärte und innovative Aura zu verschaffen, hebt das Hoffnungs- und Bedeutungspotential für den Durchschnittsbürger nur unwesentlich. Zwischen Mehlbeerenweg und Krautstraße, klebt eine dieser Botschaften von Albert dem Ein-zigartigen. Der Trott des Alltäglichen und die Befangenheit im wachsenden Körper-umfang lassen mehrheitlich nur wenig Flexibilität, Eigendynamik und Zielvorgaben zu.

So kann sich die eingedumpfte Meinungsmehrheit wenigstens darüber hinwegtrösten, daß ein genialer Mensch nicht ohne ein Lebens-Ziel sein mag. Der Effekt ? Nur wenige leben erfüllt, der Rest wird abgefüllt und damit solches nicht allzusehr an dem Selbstbewustsein zerrt und nagt, erfindet sich jeder täglich und ganz individualistisch neu. Persönlichkeitspuzzle aus einem überströmenden Emotions- und Retortenreservoire, schön und belanglos zugleich, reproduzierbar allemal. Hier zählt nicht das Ziel, sondern ewiger Anfang mit lokalem Zweckpessimismus verzwirnt, wortlautlich etwa so: „ Det wird sowiso allet nischt, lass'et liba sind ".

Damit verbeuge ich mich vor meinem Umfeld und lasse mir die Kopfhaare wachsen in lausiger Zeit. Ich wünsche allen einen noch wärmeren, sinnlichen und altruistischen Monat Mai und wer es gerne anders mag, Regen und Küsse unter'm Regenbogen.

Rückweg / Die Havel bei Kuhlhausen  
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