Novalis
D i e   L e h r l i n g e   z u   S a i s
1798  - 1799

[Part 1]

 

Ich werde dieser Augenblicke nie fortan vergessen. Uns war, als hätten wir im Vorübergehn
eine helle Ahndung dieser wunderbaren Welt in unsern Seelen gehabt.
Auch ich bin ungeschickter als die andern, und minder gern scheinen sich die Schätze der Natur
von mir finden zu lassen. Doch ist der Lehrer mir gewogen, und läßt mich in Gedanken sitzen,
wenn die andern suchen gehn. So wie dem Lehrer ist mir nie gewesen.
Mich führt alles in mich selbst zurück. Was einmal die zweite Stimme sagte,
habe ich wohl verstanden. Mich freuen die wunderlichen Haufen und Figuren in den Sälen,
allein mir ist, als wären sie nur Bilder, Hüllen, Zierden, versammelt um ein göttlich Wunderbild,
und dieses liegt mir immer in Gedanken. Sie such ich nicht, in ihnen such ich oft.
Es ist, als sollten sie den Weg mir zeigen, wo in tiefem Schlaf die Jungfrau steht,
nach der mein Geist sich sehnt. Mir hat der Lehrer nie davon gesagt,
auch ich kann ihm nichts anvertrauen, ein unverbrüchliches Geheimnis dünkt es mir.

Gern hätt ich jenes Kind gefragt, in seinen Zügen fand ich Verwandtschaft;
auch schien in seiner Nähe mir alles heller innerlich zu werden. Wäre es länger geblieben,
sicherlich hätte ich mehr in mir erfahren. Auch wäre mir am Ende vielleicht der Busen offen,
die Zunge frei geworden. Gern wär ich auch mit ihm gegangen. Es kam nicht so.
Wie lang ich hier noch bleibe, weiß ich nicht. Mir scheint es, als blieb ich immer hier.
Kaum wag ich es mir selber zu gestehen, allein zu innig dringt sich mir der Glauben auf:
einst find ich hier, was mich beständig rührt; sie ist zugegen.
Wenn ich mit diesem Glauben hier umhergehe, so tritt mir alles in ein höher Bild,
in eine neue Ordnung mir zusammen, und alle sind nach Einer Gegend hin gerichtet.
Mir wird dann jedes so bekannt, so lieb; und was mir seltsam noch
erschien und fremd, wird nun auf einmal wie ein Hausgerät.

Mehr:  John Neubauer   Der Potenzbegriff in der Frühromantik

 

 

tempel_phylae

Komm, wir wollen weggehen ...

 

aber wohin gehen wir denn ...

 

... immer nach hause ...

 

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für

Martha Nolte

zum

Nikolaustag

2009

 

http://www-weihnachten.de/weihnachtsgeschichten/nikolausgeschichte.htm

 

 

 

 

 

besingen

 

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