Die Ziegeleien östlich der Havel:
- » Beschreibung des Zehdenicker Ziegelei-Revier.
- » Arbeitsprozesse: Überlieferung und Quellenlage zur Ziegel-Industrie in Zehdenick.
- » Die Ziegeleien östlich der Havel, Zehdenick, Damm-Hast, Neuhof, Burgwall.
- » Die Ziegeleien westlich der Havel, Mildenberg, Ribbeck, Marienthal, Zabelsdorf und Gransee.
1. Schmidt & Co. (Südöstlich der Stadt Zehdenik), ab ca. 1901.
Zwei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 24 Mill. Steine.Tonbahn in 750-mm-Spur mit niveaugleicher Querung der Liebenwalder Chaussee und weiterer Straßen; ursprüngliche Länge rund 1,5 km, Ende der zwanziger Jahre 3,5 km bis zum Waldstich, der heutigen Badeanstalt, letzte Steine 1957 gebrannt.

KARTE: 1. Ziegelei Schmidt.
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2. Benzmann, gegründet vor 1887.
Bisher keine Angaben zu Werkbahnen vorhanden ...
KARTE: 2. Ziegelei Benzmann
Nachtrag: Ziegelei Quappe, richtig: Ziegelei Benzmann.
Unter dem Namen Quappe firmierte zeitweilig die benachbarte Ziegelei Hirschfeld (Nr. 2, vb 2/96, S. 28).
Die Ziegelei Benzmann bestand schon vor Entdeckung der Zehdenicker Tonvorkommen. Sie besaß einen Ringofen und hatte eine Jahresproduktion von nur 800.000 Steinen. Obwohl die Ziegelei selbst auf Tonland stand, bezog sie ihre Rohstoffe aus dem etwa 30 km entfernten Röddelinsee bei Templin mittels Kähnen auf der Havel. Der mächtigen neuen Konkurrenz vermochte der Betrieb nicht lange zu widerstehen, da es dem Besitzer offenbar auch nicht gelang, eigene Tongruben in Zehdenick zu erwerben. Schon 1900 wurde der Betrieb eingestellt und 1903 von einem Herrn König übernommen, der das Werk dann 1907 endgültig aufgab.
(UG) Die Hafenanlage wird heute für den Wassertourismus als Marina genutzt. Andere Relikte sind nicht mehr auszumachen.
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3. Hirschfeld & Söhne 1903, als VEB Abt. I. 1962.
Hirschfeld und Söhne (1903), Arisierung 1939 – Quappe & Becker, 1950 KWU (Kommunales Wirtschaftsunternehmen Zehdenick); VEB Abt. 1; 1962 Verwaltung der VEB Ziegelwerke Zehdenick.Zwei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 20 Mill. Steine.
Tonbahn in 600-mm-Spur mit Querung der Chaussee nach Templin, ursprüngliche Länge rund 800 m, anschließend drei abzweigende Gleisäste. In alten Karten findet sich eine wahrscheinlich 500-mm-spurige und rund 2 km lange Strecke zum Bahnhof Zehdenick-Neuhof. 1962 Einstellung der Ziegelproduktion.

KARTE: 3. Ziegelei Hirschfeld
(UG) 1887 – 1945: Die Zgl. Hirschfeld & Söhne verfügte über zwei ovale Ringöfen, die nicht mehr zu erkennen sind. 1945– 1990: Die verstaatlichte Ziegelei wurde bis Mitte der 1960er Jahre als Abt. I des VEB Ziegelwerke Zehdenick weitergeführt und nachfolgend abgetragen. Nutzung ab 1991: Nur Teile der Hafenanlage und ein Feldbahnschuppen sind erhalten geblieben. Ein Bezug zur Ziegelindustrie besteht allerdings noch, da 1962 auf dem Gelände der Ziegelei das zentrale Verwaltungsgebäude für die Werke der VEB Ziegelwerke Zehdenick errichtet wurde. Dieses historisch wertvolle Objekt im funktionalen Stil steht heute leer (s. Foto 54). Aufgrund seiner ehemaligen Funktion ist das Gebäude einmalig und in die Kategorie B einzustufen.
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4. Prerauer & Co. (Zehdenick-Neuhof) 1891, als VEB Abt. II, später Werk 2/2
Prerauer & Co. (1891), 1933 Riesenberg & Behrens.Drei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 36 Mill. Steine.
Tonbahn in 630-mm-Spur, eventuell ursprünglich 600-mm-Spur mit nur kurzen Strecken.
Später wurde das Werk an die zentrale Tonversorgung und somit an das 630-mm-spurige Netz angebunden. Auf einem Teil des Ziegeleigeländes befindet sich heute das Zehdenicker Gasbetonwerk, derzeit Endpunkt der 630-mm-Strecke. Der letzte Ofen arbeitete hier bis 1990 und wurde anschließend sofort abgetragen. Noch vorhanden sind eine stationäre Dampfmaschine und die Ruine eines Lokschuppens. In 500-mm-Spur existierte eine rund 1,5 km lange Strecke zum Bahnhof Zehdenick-Neuhof. Auf dem Werkgelände waren in dieser Spur in den fünfziger Jahren etwa 14 km Gleis vorhanden. Auf den Restanlagen rangierten bis 1990 zwei Ns 1-Dieselloks mit selbstgebauten Führerhäusern.

KARTE: 4. Prerauer & Co.
Der Prerauerstich ist heute einer der wenigen Tonstiche, die mit der Havel verbunden sind und bietet so Zugang für die Erkundung per Wasserfahrzeug. Der materielle Wert des Ensembles als Denkmal für die Ziegelindustrie ist allerdings gering; allein die ungewöhnliche Größendimension der ehemaligen Ziegelei lässt sich noch an der Fläche ablesen und zeugt damit von der historischen Bedeutung des Standortes. Aufgrund fehlender Ziegeleirelikte wird er in Hinblick auf das Thema daher in die Kategorie C eingeordnet.
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5. Görn & Krause, gegründet 1892.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine.Kurze Tonbahnstrecken in 630-mm-Spur, lange Zeit mit Pferdezugbetrieb. In 500-mm-Spur führte offensichtlich auch eine Strecke zum Bahnhof Zehdenick-Neuhof. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Produktion nicht wieder aufgenommen. Nachtrag zu 4. Görn & Krause (vb 2/96, S. 28 und 29)
Die Ziegelei bestand auch noch nach 1945. Die vorhandenen Rohlinge wurden im eigenen Ringofen gebrannt. Eine Wiederaufnahme der Ziegelproduktion kam jedoch nicht mehr zustande. Görn & Krause (vb 2/96, S. 28 und 29)
Nachtrag: Die Ziegelei bestand auch noch nach 1945. Die vorhandenen Rohlinge wurden im eigenen Ringofen gebrannt. Eine Wiederaufnahme der Ziegelproduktion kam jedoch nicht mehr zustande.

KARTE: 5. Görn & Krause
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6. Julius Frank (1890), ab 1911 Brösel, später die Abt. III der VEB Ziegelwerke.
Julius. Frank, später von Schrobsdorf übernommen, als VEB Abt. IIIEin Ringofen, Jahresproduktion etwa 10 Mill. Steine. Werkbahn: kurze 630-mm-Strecke in die Grube, 500-mm-Spur nur innerbetrieblich.

KARTE: 6. Julius Frank
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7. Gebrüder Frank (1890), 1919 Heise & Schrobsdorf KG, später VEB Abt. III.
Zwei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 14 Mill. Steine. Werkbahn: Kurze 630-mm-Strecke, 500-mm-Spur nur innerbetrieblich.
KARTE: 7. Gebrüder Frank
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8. C. Voigt (1888), später Gericke KG.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine. Bahnen in 580-mm- und 500-mm-Spur nach dem zweiten Weltkrieg keine Produktion mehr.
KARTE: 8. Ziegelei C. Voigt
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9. Ziegelei Heinrich (1888), später Käthe Fritze.
Ziegelei Käthe Fritze, ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine. Werksbahn in 630-mm-Spur nur kurze Strecken in die Grube. In 500-mm-Spur führte eine lange Strecke zum Bahnhof Zehdenick-Neuhof; bislang keine Lokomotiven bekannt.
KARTE: 9. Ziegelei Käthe Fritze
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10. Schulz & Hübner (1892), 1930 Märkische Ziegelindustrie AG, später VEB Abt. IV.
Schulz & Hübner (1892), ab 1930 Märkische Ziegelindustrie AG.Zwei ovale Ringöfen, Jahresproduktion etwa 20 Mill. Steine.
Tonbahn in 630-mm-Spur, ehemals nur rund 500 m lang, später um 1 km nach Norden zu den dortigen Gruben erweitert. Eine vermutlich 500-mm-spurige und gut 2,5 km lange Strecke führte durch das Grubengelände und weiter dicht an der Burgwaller Straße entlang zum Bahnhof Zehdenick-Neuhof.
Außerdem soll bis 1945 eine Strecke mit elektrischer Fahrleitung bestanden haben.

KARTE: 10. Schulz & Hübner
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11. Schaale & Heise (1890), danach Heise & Schrobsdorf, später als VEB Abt. IV.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine.Die Tonbahn in 600-mm-Spur unterquerte die Bahn von Schulz & Hübner (Nr. 9), 500-mm-Spur nur innerbetrieblich. Als Abteilung IV verfügten die Betriebe über ausgedehnte 500-mmspurige Gleisanlagen mit zahlreichen Diesellokomotiven.

KARTE: 11. Schaale & Heise
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12. Adelheid von Ribbeck (1890).
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine. 1919/20 abgerissen; Reste des Bahnmaterials, über das keine näheren Einzelheiten bekannt sind, wurden verkauft.
KARTE: 12. Adelheid von Ribbeck
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13. Germania II, vormals Fritze & Böhme (1890).
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 10 Mill. Steine. Aufzug zur Grube nach dem ersten Weltkrieg abgetragen.
KARTE: 13. GERMANIA II
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14. Geschwister Merten (1900), als VEB Abt. V, später Werk 2/1.
Jahresproduktion etwa 20 Mill. Steine, 1930 fast 30 Mill. Steine. Spurweite(n) der Werkbahn(en) unklar, als VEB an die zentrale Tonversorgung in 630-mm-Spur angeschlossen. 500-mm-Spur nur innerbetrieblich, bis 1990 mehrere Dieselloks des Typs Ns 1 im Einsatz.Nachtag: zwei Ringöfen, 630-mm-Spur, nur kurze Strecken in der Grube. Alle drei Maschinen waren nach 1945 noch im Einsatz. Mit Sicherheit existierten früher, oder sogar parallel zu den Dieselmaschinen, O & K-Dampflokomotiven. Angeblich waren in den Nachkriegsjahren zwei Bn2t-Loks mit je 30 PS vorhanden. Die 500-mm-Spur diente nur innerbetrieblichen Zwecken. Auf dieser Bahnanlage verkehrten bis 1990 Dieselloks.
KARTE: 14. Geschwister Merten
Kategorie B. Direkt-Link zur ZGL-MAP = ID xxx
15. Gebrüder Voigt, bis 1958 privat, dann als VEB Abt. V, später Werk 2/1.
Zwei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 20 Mill. Steine, kurze Strecken in die Grube in 600-mm-Spur. 500 mm Spur nur innerbetrieblich.Nachtrag: 1925 war offensichtlich leihweise eine Dn2t-Brigadelokomotive im Einsatz. Diese Maschine kann möglicherweise von der unmittelbar benachbarten Schorfheider Waldbahn übernommen worden sein. In den dreißiger Jahren gehörte vermutlich auch eine bislang nicht näher bekannte Ruhrthaler Diesellok zum Bestand. Das 1937 in wesentlichen Teilen modernisierte Werk arbeitete mit Fremdarbeitern bis Anfang 1945. Anschließend wurde es von sowjetischen Truppen besetzt. Die vorhandenen Lokomotiven einschließlich vieler Wagen, der Tonbagger und große Teile der maschinellen Ausrüstung fielen unter die Reparationsleistungen an die UdSSR. Trotzdem wurde der Betrieb nicht enteignet. Nachdem die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände geräumt hatte, begann ab 1948 der mühsame Wiederaufbau. In diesem Zusammenhang wurde neben den beiden erwähnten Dampflokomotiven auch eine gebrauchte Maschine mit Junkers-Dieselmotor, möglicherweise eine Windhoff-Lok, für die Junkers Motoren geliefert hatte beschafft. Nach vielen Schwierigkeiten endete die selbständige Produktion im Jahre 1958. Einen Geländestreifen mit dem noch einsatzbereiten Ofen erwarb der VEB Ziegelwerke und ordnete ihn seiner Abt. V zu.
KARTE: 15. Gebrüder Voigt
1887 – 1945: Zgl. Gebr. Voigt (1903), zwei ovale Ringöfen 1946 – 1990: bis 1958 privat, dann VEB Ziegelwerke Zehdenick Abt. V (zuletzt 2/1). Nutzung ab 1991: Industriebrache, lang gezogene Zieglerkasernen erhalten, (bewohnt).
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16. Germania I, 1888 von W. Fritze errichtet.
Zwei Ringöfen, Jahresproduktion etwa 16 Mil!. Steine. Anscheinend existierten nur kurze Strecken in 630-mm-Spur. 500-mm-Spur nur innerbetrieblich.Nachtrag: Spätestens ab 1927 firmierte dieser Betrieb als Zehdenicker-ZiegeleiBetriebs-GmbH. Somit ist auch die auf Seite 36 erwähnte Bn2t-Lokomotive (Bn21, O & K, 1927/11143, 30 PS) nunmehr klar zugeordnet.
KARTE: 16. Germania I
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17. Maaß, gegründet 1893 von Albert Schaale.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 10 Mill. Steine. Vorhanden war eine relativ kurze 630-mm-Strecke zu den Gruben, nur zeitweise kam eine etwa 1,5 km lange Strecke bis zur Burgwaller Landstraße hinzu.1926 erhielt die Ziegelei Maaß von den Firmen Weko und Diema je ein Triebwagenangebot. Ob eines der Fahrzeuge geliefert wurde, ist nicht bekannt. 500-mm-Spur nur innerbetrieblich.

KARTE: 17. Maaß / A. Schaale
Das Geschäft kam nicht zustande. Daß derartige Probleme gelöst werden konnten, beweisen spätereTriebwagen-Verkäufe über Bräunig & Stahlberg.
(UG) Die Zgl. Schaale (1893) wurde von Albert Schaale errichtet und verfügte bis 1937 über einen Ringofen. 1937 erfolgten Neubau und Betrieb eines weiteren ovalen Ringofens, der aber nur wenige Jahre produzieren sollte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb nicht wieder aufgenommen. Von der Ziegelei ist nur ein Wohnhaus erhalten geblieben, das weiterhin als solches genutzt wird. Kategorie C.
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18. Levinsohn.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine, nach 1918 abgetragen, keine Angaben über Bahnanlagen.
KARTE: 18. Levinsohn
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19. Spieß & Co.
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine, nach 1918 abgetragen. Keine Angaben über Bahnanlagen.
KARTE: 19. Spieß & Co.
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20. Schmidt & Zöllner. (Burgwall)
Ein Ringofen, Jahresproduktion etwa 8 Mill. Steine. Tonbahnen in 630-mm-Spur mit Aufzug aus der Grube, auch Bahnen in 600-mm- und 500-mm-Spur. 1933 Konkurs und zu großen Teilen abgetragen.
KARTE: 20. Schmidt & Zöllner
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Amerkungen:
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A. von Ribbeck Zehdenick